25.09.2026
Der tiefgreifende Umbau unseres Energiesystems hin zu einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien erfordert einen neuen Blick auf die bewährte Schutztechnik. Während bisher synchrone Generatoren die Netzstabilität und das Fehlerverhalten prägten, übernehmen zunehmend netzbildende Umrichter diese Aufgaben. Diese technologische Transformation wirft kritische Fragen zur Zuverlässigkeit aktueller Schutzkonzepte auf, da die dynamische Regelung der Umrichter signifikant von konventionellen Quellen abweicht. Ein neuer VDE FNN Impuls analysiert nun detailliert, wie sich dieses veränderte Fehlerstromverhalten auf die heute installierten Schutzsysteme auswirkt.
- Netzbildende Umrichter (GFM) erzeugen aufgrund ihrer integrierten Strombegrenzung deutlich geringere Kurzschlussströme als klassische Synchrongeneratoren.
- Untersuchungen an sechs Distanzschutzgeräten zeigten, dass die Fehlererkennung grundsätzlich zwar zuverlässig funktioniert, die Auslösezeiten jedoch stark variieren können.
- Während die Anregezeiten bei moderaten 17 bis 40 ms lagen, streuten die Auslösezeiten in der ersten Distanzschutzzone erheblich zwischen 35 und 189 ms.
- Dynamische Regelungsvorgänge in GFM-Anlagen können die Berechnung von Fehlerimpedanzen verfälschen, was die Schutzentscheidungen der Geräte beeinflussen kann.
- Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit für weiterführende EMT-Simulationen und eine systematische Robustheitsbewertung heutiger Schutzalgorithmen.
Weiterlesen: https://www.vde.com/de/fnn/aktuelles/schutztechnik-im-wandel-der-energiewende
